Fassaden

Gepostet von am 20. Feb. 2012 in Aru's Daily! | Keine Kommentare

Fassaden

In diesem Artikel soll es darum gehen, wie Menschen erscheinen und wie es womöglich in ihnen aussieht.

Einige werden das folgende Szenario bestimmt kennen:
Man geht, gepeinigt von der einen oder anderen Leibes- oder Seelenpest zum örtlichen Medizin-Gott seines Vertrauens und erhofft sich Labsal durch Behandlung. Mit Drogen oder etwa einer (Arbeits)unfähigkeitsbescheinigung.
Man versucht also sein Leiden in möglichst Verständlicher Wortwahl und ohne Tränen, übertriebene Details von Stoffwechselvorgängen und Verzweiflung darzulegen.
Dann kommt das Grauen: “Irgendwie kann ich ihnen das Schwer glauben. Sie kommen nicht so rüber wie andere Patienten mit dieser Diagnose, verstehen Sie, was ich meine?”

Und schon haben wir das Dilemma. Man versucht sich doch, glaube ich wenigstens, auch einem Weißkittelträger gegenüber wenigstens halbwegs Menschlich und Normal gegenüber auszudrücken. Und weil man etwas von eben jenem möchte, drückt man sich so aus, das dieser auch von dem eigenen Überlebens- und Heilungswillen überzeugt ist.
Wo ist da das Problem, das es vielleicht nicht ganz mit den Diagnosetypischen Symptomen übereinstimmt?

Nur weil ein Nierenkranker Mensch nicht Weinend zusammenbricht, ein Depressiver Patient sein Skalpell-Set nicht dabeihat oder ein Mensch mit Husten nicht an spontaner Schnappatmung leidet ist er doch nicht weniger Glaubwürdig.
Überhaupt basiert doch so ein Arztbesuch auf gegenseitigem Vertrauen.
Man muss dem Medizinkundigem Vertrauen, das er eine ordentliche Diagnose und Behandlungsoption aufstellt, und der Arzt sollte dem Patienten glauben können, was dieser vorbringt.

Sicher, einigen werden hier einige Schwarze Schafe im eigenen Umfeld in den Kopf schießen – aber mal im Ernst:
wenn man dem eigenen Arzt nicht mehr Trauen kann, Glaubwürdig und nicht Lächerlich rüberzukommen, wem sonst?
Jeden Monat den Arzt zu wechseln stelle ich mir suboptimal vor – irgendwann sind die Frischen Ärzte alle.

Von daher – für mehr Vertrauen zwischen Patient und Arzt – ganz gleich wie dieser gerade erscheinen mag.

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